Kolowrat
Treu und beständig
Schloss Rychnov nad Kněžnou
Das Adlergebirge und sein Waldsterben
Bereits Ende des 16. Jhdt. begann man durch großflächige Abholzung der Buchenwälder mit der intensiven Nutzung der Wälder des Adlergebirges. Die dadurch entstandenen Kahlflächen wurden ihrem Schicksal überlassen.
Die Grafen Kolowrat erwarben Anfang des 17. Jhdt. die Herrschaft Rychnov und damit auch die so genannten „Reservewälder“ des Herrschers im Adlergebirge, die in den historischen Quellen folgendermaßen beschrieben werden: „Die Waldbestände sind kahl geschlagen und auf Grund des rohen Klimas nur mühsam wiederherzustellen.“ Der ursprüngliche Mischwald wurde durch Fichtenmonokulturen ersetzt, und es gelang eine künstliche Erneuerung des Waldes.
Einige Jahrzehnte verfehlter, sozialistischer Industrie- und Energiepolitik im 20.Jhdt. führten jedoch durch anthropogene Emissionen (saurer Regen) zu massiv erhöhten Schwefel- und Schwermetallkonzentrationen im Boden. Diese Schadstoffe vernichteten großflächig die Waldbestände auf dem Bergkamm sowie der darunter liegenden Zonen. Am empfindlichsten reagierten die Fichten. DER WALD STARB.
Anfang der 90er Jahre kam vorsichtig Hoffnung auf. Durch zeitweilige Schadstoffreduktion in der Luft begannen die Wälder erneut zu wachsen. Kryštof Kolowrat forstete mit staatlicher Hilfe und enormen Geldmitteln die devastierten Flächen im großen Stil auf. Jedoch nur 10 Jahre später, 2001, 2002 kam es auf einer Fläche von über 2000 ha, u.a. auch auf dem Gebiet der Neuaufforstungen, erneut zu einem WALDSTERBEN. Die Bäume zeigen auch heute noch einen abnormalen Zuwachs, der nicht verholzt, der Nadelfall ist mit freiem Auge erkennbar, ebenso wie die Verkrüppelung der Bäume. Zu den Belastungen aus der Vergangenheit kamen jetzt noch Belastungen mit Stickstoff und anderen Wald schädigenden Abgasen.
Die Waldsubstanz ist in Gefahr. Heutzutage ist der Boden bereits so massiv mit Schadstoffen belastet, dass die Bäume, die normalerweise 70 – 100 Jahre alt werden, schon im Alter von ein paar Jahren absterben, und keinen Wald mehr bilden können. Neben massiven Störungen des ökologischen Gleichgewichts, kommt es auch zu großflächigen Erosionen.
Große Flächen im Adlergebirge sind als Nutzwald Eigentum der Familie Kolowrat. ABER sowohl im Sommer als auch im Winter ist das Adlergebirge ein beliebtes Ausflugsziel, ein Ort der Erholung und Entspannung. Sollte es daher nicht in unser aller Interesse sein, dass der WALD LEBT?
Ist es aber überhaupt möglich, gegen die Wirtschaftslobby sowie die Zivilisationseinflüsse und damit für die Erhaltung des Waldes zu kämpfen?
Wir freuen uns auf Ihre Bemerkungen und Ansichten.
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