Kolowrat
Treu und beständig
Schloss Rychnov nad Kněžnou
Das Adelsgeschlecht der Kolowraten
Die erste belegte historische Erwähnung des Adelsgeschlechts
Der erste durch schriftliche Quellen eines nachweisbaren Vorfahren aller späteren Herren von Kolowraten war Albrecht von Kolowrat (1347-5.7.1391). Seine Ahnen schrieben sich Kolowraten und stammten aus einem Dorf namens Kolowraty bei Průhonice und Uhříněves. Die Festung in Kolowraty erinnert, noch vor dem Jahre 1205, an Mladota von Kolowrat, der den Adler im Wappenzeichen trug, das spätere Erkennungszeichen aller aus der Linie der Kolowraten. Albrecht stand in den Jahren 1361-63 im Dienste Königs Karl IV. als Hofmarschall seiner Frau Anna Svídnická. Im Jahre 1374 gründet er das Augustiner-Eremitenkloster in Ročov. Er war dreimal verheiratet, mit seiner zweiten Frau Anna von Slavětín hatte er vier Söhne: Albrecht den Jüngeren, Nikolaus, Purkart und Herfort. Von ihnen wurde Albrecht der Jüngere Ahnherr der Linie der Libsteiner und der Krakauer. Während des 14. und 15. Jahrhunderts teilten sich von dem Adelsgeschlecht Kolowrat bis zu acht Linien ab: .Libštejnská, Kornhauzská, Žehrovická, Bezdružická, Novohradská, Maštovská, Černonická a Krakowská. Die Krakauerlinie wurde noch bis zum heutigen Tage fortgeführt.
Erhebung in den Reichs- und böhmischen Grafenstand
Die drei Brüder der Liebstein-Kolowrat Linie, Fr. Karel Ferdinand Ludvík, Jan Vilém, Leopold Oldřich, wurden im Jahre 1658 auf Grund ihrer Verdienste in den Reichs- und böhmischen Grafenstand erhoben. Sie waren im diplomatischen Dienst und bekleideten wichtige Posten als Landverwalter kirchlicher und weltlicher Güter.
Etymologie des Familiennamens
Der Renaissance Geschichtsschreiber Patrocký führt an, dass die Vorfahren der Kolowraten die Abbildung eines Rades im Siegel trugen. Balbín unterstützt diese These durch eine erfundene Sage über das Familienwappen, die den Ursprung des Familiennamens von der Wortverbindung „kolo“ (Rad) und „vrátit“ (zurückkehren im Sinne von ‚Radumdrehung‘) ableitet. Diese Sage erzählt von einem außergewöhnlichen Riesen aus dem Geschlecht der Kolowraten. Er soll die Räder eines zu verunglücken drohenden Pferdegespanns festgehalten und so den kleinen Sohn eines nicht genannten böhmischen Königs gerettet haben. Das sagenhafte Wappenzeichen der Kolowraten, ein Rad mit acht Wiesen, war allerdings auch für andere Adelsgeschlechter gebräuchlich, weshalb sie dazu übergingen, vor allem den halben Adler als Wappen zu benutzen.
Die Familiensage
Graf Norbert Leopold Liebstein ließ das Adelskloster bei Ročov umbauen. In den Jahren 1674/75 kam es in dieser Klosterkirche von Zeit zu Zeit zu einer merkwürdigen Erscheinung. Der Grabstein des Klostergründers Albrecht von Kolowrat (gestorben 1391) lief ohne äußeres Zutun feucht an. Sogar so feucht, dass sich Wassertropfen bildeten.
Der „Schweiß“ soll immer eine Voraussage irgendeines traurigen Vorfalls innerhalb der Familie gewesen sein, wie z. B. einer schweren Krankheit, oder sogar eines Todesfalles. Diese Erscheinung erlangte nach und nach allgemeinen Glauben, und jedes Mal, wenn der Stein wieder anfing zu „schwitzten“, versendete der Prior des Klosters Briefe an alle Familienmitglieder. Zu jener Zeit als Jan Santini an der Fertigstellung der Klosterkirche arbeitete, kam es zu einem Briefwechsel zwischen dem Prior und Graf Norbert hinsichtlich des Umbaus. In diesen Briefen von Mai bis Juli 1715 erinnert der Prior den Grafen daran, dass der Grabstein wiederholt „schwitze“. Ungeachtet dessen, äußerte er sich hoffnungsvoll darüber, dass es diesmal nicht zu einem Unglück kommen würde. Am 11.7. jedoch erhielt er die Nachricht, dass der Bruder des Grafen Fr. Vilem gestorben sei. Damit hatte sich die Voraussage bestätigt.
Die Geschichte des Adelsgeschlechts in jüngster Zeit
Das Schloss, der Großgrundbesitz, der Schlosspark und umliegende Felder, Wiesen, Weiden, Wälder und Teiche in Rychnov nad Kněžnou und Černíkovice wurden von den Kolowraten bis zum 2. Weltkrieg bewirtschaftet. Während dessen standen die Güter wie die meisten des böhmischen Adels unter der deutschen Zwangsverwaltung. Nach dem Krieg übernahm Otmar Kolowrat erneut den Familienbesitz vom Staat. Nach Februar 1948 wurde der Besitz wiederum verstaatlicht. Laut des Restitutionsgesetztes Nr. 87/1991, wurden im April 1992 Krystof Kolowrat-Krakau (er bewirtschaftete das Land bis 1999) das Schloss und die Kunstsammlung zurückgegeben, einige Monate später folgte auch der Grundbesitz d.h. Wälder und Agrargrund. Seit 1999 verwaltet sein Sohn Jan Egon Kolowrat Libstein-Krakauer den gesamten Familienbesitz.
Wappenzeichen
